24h-Nordschleifen-Knüller in Bestbesetzung
Am Himmelfahrtswochenende wird der Nürburgring zur gigantischen Motorsport- Partymeile. Beim ADAC Zurich 24h-Rennen werden rund um die längste und legendärste Rennstrecke der Welt rund 200.000 Zuschauer dem größten Starterfeld zujubeln, das der internationale Motorsport zu bieten hat: Über 170 Fahrzeuge nehmen den prestigeträchtigen Kampf auf, zwei Mal rund um die Uhr auf der Nürburgring-Nordschleife gegeneinander und gegen die berühmte „Grünen Hölle“ zu bestehen. Nach drei Vorbereitungsrennen in der VLN-Langstreckenmeisterschaft, die am gleichen Ort mit den gleichen Fahrzeugen ausgetragen wird, haben sich BMW und Porsche die Favoritenrolle gesichert. Doch unter den rund 60 Kandidaten für die Podiumsplätze gibt es viele Konkurrenten, die zur Jagd auf sie blasen werden. Allen voran die Werkseinsätze und werksnahen Engagements von Audi und Mercedes-Benz sowie dutzende starke Teams mit spektakulären GT3-Fahrzeugen. Informationen rund um die 24h auf dem Nürburgring gibt es im Internet unter www.24h-Rennen.de. Tickets gibt e telefonisch unter 01805 4470 (0,14 €/Min. aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk max. 0,42 €/Min.) oder im Internet (www.ticketonline.de).
Bei den drei VLN-Läufen vor dem 24h-Rennen hinterließ insbesondere BWM einen starken Eindruck. Die Speerspitze ist in diesem Jahr Schubert, die beim 24h-Rennen zwei stark besetzte Z4 GT3 an den Start bringen werden. Nach dem VLN-Auftaktsieg lag
das Team aus der Nähe von Magdeburg auch beim dritten Lauf auf Siegkurs, als Dirk Müller kurz vor Rennende nach einer Kollision ausschied. Den Sieg erbten die 24h- Sieger von 2011: Manthey Racing. Porsche-Werkspilot Marc Lieb und Jochen Krumbach
erhöhten ihre diesjährige VLN-Bilanz damit auf zwei Siege. Lieb, der im Vorjahr auch im 24h-Siegerfahrzeug antrat, nimmt das Projekt „Titelverteidigung“ mit einer exzellenten Fahrerkombination im Wochenspiegel-Porsche auf: Romain Dumas, Lucas Luhr und Richard Lietz stehen ihm zur Seite. „Bei diesem hochkarätigen Starterfeld muss man davon ausgehen, dass die 24h wieder ein Sprintrennen werden“, fasst der Ludwigsburger seine Eindrücke zusammen. BWM-Pilot Dirk Müller ergänzt: „Von den Zeiten her sind
mindestens drei Marken auf Augenhöhe. Im Rahmen der VLN hat sicherlich noch nicht jeder seine volle Leistungsfähigkeit gezeigt.“ Gerade sein Team wird vor dem 24h-Rennen aber noch einige Zusatzschichten einlegen müssen. Denn der dritte VLN-Lauf
endete für Schubert mit einem Rennunfall, bei dem der Z4 stark beschädigt wurde. „Wir haben zwar gut abgeschnitten, gleichzeitig aber ein Auto verloren“, resümiert Teamkamerad Jörg Müller. „Damit ist nichts gewonnen, denn auf uns kommt eine Menge Arbeit zu.“
Audi und Mercedes beim 24h-Prolog in Top-Form
Spätestens beim dritten VLN-Lauf meldeten die Verfolger machtvoll ihre Ansprüche an: Vier der sechs Positionen in den ersten drei Startreihen belegten die Mercedes-Benz
SLS AMG GT3 von Hankook-Heico und ROWE Racing. „Das Rennen wird hart“, prophezeit DTM-Rekordchampion Bernd Schneider, der einen der beiden Hankook-SLS pilotieren wird. „Die Top-Autos laufen, sind allesamt standfest und schnell. Die Fahrer sind es ebenfalls. Da wird es für niemanden eine Ruhepause geben.“ Der gebürtige Saarländer sieht die SLS-Fraktion allerdings eher in einer Art Joker-Rolle. „Mein Eindruck ist, dass wir nicht ganz mit der Spitze mithalten können – wir haben vor dem 24h-Rennen noch Hausaufgaben zu erledigen.“ Beim Langstrecken-Klassiker wird er auch gegen einen ehemaligen Teamkollegen fahren: Frank Biela fährt für das Raeder-Team einen der Audi R8 LMS ultra, die die schärfste Waffe der Ingolstädter im Fight um die Nordschleifen-Krone sind. Der DTM-Champion von 1991 teilte sich im Jahr 1990 einen Werks-Sierra mit Schneider und dem heutigen Porsche-Teamchef Olaf Manthey. „Wir waren beim dritten VLN-Lauf zum ersten Mal mit dem R8 LMS ultra unterwegs“, berichtet er. „Noch sind wir auf der Suche nach dem besten Set-up“. Das haben Markenkollegen offenbar bereits gefunden: Phoenix Racing, die beim 24h-Rennen 2011 auf Platz drei einliefen, meldeten sich pünktlich zum letzten Vorbereitungsrennen in der Spitzengruppe zurück: Platz zwei ging an einen der Audi R8 LMS ultra, den das am Nürburgring beheimatete Werksteam einsetzt. „Der R8 lief richtig gut“, freute sich Pilot Markus Winkelhock nach dem Rennen. „Das war genau der richtige Motivationsschub für das 24h-Rennen. Wir wissen jetzt, dass unser Auto einfach zu fahren und schnell ist – das gibt Sicherheit und lässt uns entspannt in das Rennen gehen.“
Markenvielfalt beim Rennen des Jahres
Neben den erfolgreichsten VLN-Teams gibt es noch viele weitere Mannschaften, die die GT3-Renner deutscher Fabrikate einsetzen und damit in die engere Wahl für die Podiumsplatzierungen gehören. Zusätzliche Würze erhält das Geschehen, weil eine wahre Parade von traumhaften Rennern antritt, die ebenfalls in der Top-Klasse starten und über entsprechend konkurrenzfähige Fahrzeuge verfügen: Aston Martin, Corvette, Ferrari, Ford GT, Ginetta und McLaren sind beispielsweise ebenfalls im Feld vertreten. Insgesamt sind es über 170 Teams, die sich für dieses Rennen des Jahres angemeldet haben.
Ab Mittwoch jeden Tag Action
Für die Besucher gibt es beim ADAC Zurich 24h-Rennen aber nicht erst ab dem Start am Samstag um 16:00 Uhr Action rund um die Uhr: Bereits am Mittwoch vor dem großen Ereignis beginnt das Event. Dann treffen sich in den Abendstunden Teams und Fans beim ADAC FanFestival in der Müllenbachschleife zu einem stimmungsvollen Auftakt mit Showelementen und Fahrzeugkorso. Ab Donnerstag (Christi Himmelfahrt, 17. Mai) heulen die Motoren auf der Strecke – Höhepunkte ist das abendliche erste Qualifying zum 24h-Rennen, das bis 23:30 Uhr andauert. Am Freitag ist das neue Top-40-Qualifying am späten Nachmittag (18:00 bis 18:50 Uhr) der Höhepunkt des Tages: Hier werden die 40 schnellsten Fahrzeuge die Startplätze in den ersten 20 Startreihen in einem Einzelzeitfahren auf der Nordschleife ausfahren. Abends ist dann erneut die Müllenbachschleife der Treffpunkt für Fans – dort steigt ab 19:15 Uhr die Falken Drift Show und das anschließende Feuerwerk anlässlich des 40. Jubiläums des 24h-Rennens. Am Samstag wird die Zeit vor dem Start nicht lang, denn beim prall gefüllten Programm mit spannenden Rahmenrennen und viel Show und Action kommt jeder auf seine Kosten.
Text: ADAC Nordrhein Sportpresse
Zweiter Sieg in Folge für Lieb/Krumbach
Nürburgring. Marc Lieb (Ludwigsburg) und Jochen Krumbach (Eschweiler) triumphierten nur zwei Wochen nach ihrem ersten Saisonsieg zum zweiten Mal. Das Duo gewann im Porsche 911 GT3 von Manthey-Racing auch den dritten Lauf der VLN Langstreckenmeisterschaft. Nach 26 Runden auf der 24,369 Kilometer langen Kombination aus Nürburgring Kurzanbindung und Nordschleife betrug der Vorsprung auf die zweitplatzierten Christopher Mies (Heiligenhaus) und Markus Winkelhock (Berglen-Steinach) im Audi R8 LMS von Phoenix-Racing eine Runde. Auf Platz drei komplettierten Uwe Alzen (Betzdorf), Dirk und Jörg Müller (Schweiz/Monaco) mit dem BMW Z4 GT3 von Schubert-Motorsport den bunten Markenmix auf dem Podium. Nick Heidfeld (Mönchengladbach) beendete seinen ersten Renneinsatz auf der Nordschleife im McLaren MP4 GT3 gemeinsam mit Sascha Bert (Ober-Ramstadt) auf dem sechsten Rang. Eine einstündige Zusammenfassung zeigt der Sender Sport1 am Mittwoch, 2. Mai, um 17:30 Uhr.
Der 54. ADAC ACAS H&R-Cup wurde fünf Minuten vor Rennende mit der roten Flagge abgebrochen. Im Streckenabschnitt Tiergarten kollidierte Dirk Müller im drittplatzierten BMW mit dem Ginetta G50 von David Knox und Clive Richards (beide Großbritannien). Während Müller mit dem Schrecken davonkam, wurde Richards zur Untersuchung in das Sankt-Josef-Krankenhaus in Adenau eingeliefert. Es wurden keine schweren Verletzungen festgestellt, so dass er die Klinik noch am Abend verlassen konnte.
Im Zeittraining am Morgen sicherten sich Alzen/Müller/Müller mit einer Bestzeit von 8:20,281 Minuten die Pole-Position. In der Startphase musste sich Jörg Müller zunächst den starken SLS AMG GT3 von ROWE RACING und dem Hankook-Team Heico geschlagen geben. Der Heico-SLS mit Kenneth Heyer (Wegberg), Christian Frankenhout (Niederlande), Pierre Kaffer (Schlieren) und Andreas Simonsen (Schweden) schied nach einem Unfall in Runde sieben vorzeitig aus. Klaus Graf (Dornahn) ereilte nur eine Runde später das gleiche Pech. Mit einem Rundenabzug wegen Missachtung von Flaggensignalen wurde das Trio Bernd Schneider (Schweiz), Alexandros Margaritis (Köln) und Lance David Arnold (Duisburg) bestraft und schied ebenfalls aus dem Kampf um den Tagessieg aus. Es entbrannte ein packender Dreikampf der drei später Erstplatzierten, den schließlich Manthey-Racing für sich entschied. „Ich könnte mich an dieses Gefühl gewöhnen“, freute sich Krumbach. „Zwei Siege innerhalb von zwei Wochen sind fantastisch. Die Spitzengruppe liegt sehr nahe beieinander. Am Ende hat vielleicht der sehr gute Treibstoffverbrauch des Porsche den Ausschlag gegeben.“ Jörg Müller stimmte zu: „An unserem Verbrauch müssen wir noch arbeiten. Ansonsten lief der Z4 heute wieder einwandfrei.“ Über das beste Saisonergebnis für Audi freute sich Mies: „Das war ein guter Einstand mit dem neuen R8 Ultra, der erst gestern die ersten Nordschleifenkilometer absolviert hat. Platz zwei ist der Lohn für die harte Arbeit, die hinter dem Projekt steckt.“ Winkelhock ergänzte: „Im Vergleich zu dem Vorgängermodell ist der Ultra deutlich komfortabler zu fahren. Das lässt uns für die kommenden Rennen hoffen.“
Zufrieden zeigte sich nach seiner Rennpremiere auf der Nordschleife Nick Heidfeld. „Mein erster Stint war zugegeben noch etwas verkrampft“, räumte der Profi-Rennfahrer ein. „Aber in jeder Runde habe ich etwas über den McLaren dazugelernt. Der zweite Stint war dann schon deutlich entspannter. Die Atmosphäre rund um den Nürburgring war wirklich einmalig und ich freue mich sehr auf das 24h-Rennen in der 'Grünen Hölle'.“
Hinter dem Spitzentrio fuhren Marc Basseng (Neusalza Spremberg), Christopher Haase (Kulmbach) und Frank Stippler (Bad Münstereifel) im zweiten Audi R8 LMS von Phoenix-Racing auf Platz vier vor Christian Menzel (Kelberg) und Wolfgang Kohler (Aldingen), die im Porsche 911 GT3 Cup den zweiten Wertungsgruppensieg feierten. Hinter Heidfeld/Bert belegte der verbliebene ROWE-SLS Platz sieben. Hinter dem Porsche 911 GT3 Cup des PZ Aschaffenburg und einem BMW Z4 GT3 von Marc VDS Racing schafften Stefan Mücke (Berlin), Darren Turner (Großbritannien), Tomas Enge (Tschechische Republik) und Oliver Mathai (Hannover) im Aston Martin des Team Young Driver AMR eine Top-10-Platzierung.
Den schnellsten VLN-Serienwagen – einen BMW M3 von Black Falcon – pilotierten Carsten Knechtges (Mayen) und Tim Scheerbarth (Dormagen) zusammen mit Steve Jans aus Luxemburg. Der Sieg bei den Gruppe-H-Fahrzeugen ging an Pavel Karmanov, Oleg Kvitka (beide Russland) und Venskunas Vytautas (Litauen) mit ihrem Porsche 911 RSR.
Nach dem ersten Saisondrittel teilen sich zwei Teams die Tabellenführung: Die Renault Clio Cup-Fahrer Jannik Olivo und Elmar Jurek (beide Berlin) liegen punktgleich mit Stein Tveten (Norwegen) und Guido Strohe (Bad Neuenahr-Ahrweiler), die in der Klasse der VLN-Serienwagen bis 2.500 ccm Hubraum einen BMW 325i pilotieren, auf Platz eins.
Der vierte Lauf der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring, die 43. Adenauer ADAC Rundstrecken-Trophy, findet am 23. Juni statt. Zuvor treten viele VLN-Teams vom 17. bis 20. Mai beim 40. ADAC Zurich 24h-Rennen an.
Text: VLN Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Platz 1 auf dem Nürburgring

Ende März begann die neue Saison der VLN-Langstrecken-Meisterschaft auf dem Nürburgring. Mit dabei: Karl Brinker, der schnelle Bäcker aus Herne, der das Auftakt-Rennen gewann und im zweiten Rennen trotz Defekts auf Rang vier landete. Aber der Reihe nach.
Die Stars rüsten sich für das 24h-Rennen
Die Vorbereitungen für das ADAC Zurich 24h-Rennen (17. bis 20. Mai 2012) laufen auf Hochtouren. Nicht nur die Organisatoren machen sich bereit für das Event der Superlative, auch die Teams rüsten sich für einen heißen Tanz am Himmelfahrtswochenende. Dutzende hochkarätige Fahrzeuge tummeln sich in der Top-Klasse
der GT3-Fahrzeuge. Hier ist das Geschehen so ausgeglichen wie selten zuvor. Vor allem die Teams, die auf Audi R8 LMS, BMW Z4 GT3, Mercedes-Benz AMG SLS und
den unverwüstlichen Porsche 911 GT3 setzen, zählen in diesem Jahr zum Kreis der Favoriten: Werkspiloten aller Marken stürzen sich bei dem Klassiker auf der legendären Nordschleife des Nürburgrings ins Getümmel. Infos zum ADAC Zurich 24h-Rennen gibt es im Internet unter www.24h-rennen.de. Wer sich sein Ticket für den Langstrecken-Klassiker sichern will, kann die Tickethotline telefonisch unter 01805 4470 (0,14 €/Min. aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk maximal 0,42
€/Min.) erreichen. Im Internet sind Karten über www.ticketonline.de erhältlich
Gut fünf Wochen vor dem 24h-Rennen lieferten sich die Konkurrenten im Rahmen der VLN-Langstreckenmeisterschaft Nürburgring einen spannenden Fight: Beim zweiten Saisonlauf der mit den gleichen Fahrzeugen wie die 24h ausgetragene Serie teilten sich im Qualifing BMW, Audi und Porsche die ersten drei Startplätze. Das witterungsbedingt verkürzte Rennen konnte Manthey-Racing gewinnen – Porsche-Werkspilot Marc Lieb und Privatier Jochen Krumbach steuerten den Porsche 911 GT3 R der 24h-Vorjahressieger als erste über die Ziellinie. „Die Streckenbedingungen waren schwierig“, beschrieb Lieb im Anschluss. „Wir hatten für den VLN-Lauf genau die richtige Strategie, aber zu Favoriten für die 24h macht uns das nicht.“
Neue Top-Teams im Porsche-Lager
Die Mannschaft um den Bonner Olaf Manthey gehörte in den vergangenen Jahren zu den Top-Teams und meldete mit dem Sieg die Ambitionen für dieses Jahr an. Allerdings gibt sich die Porsche-Speerspitze noch verschwiegen, wenn es um Details geht. „Die Fahrerkonstellation ist noch nicht fix“, erklärt Lieb, gibt allerdings immerhin zu: „Ich gehe aber davon aus, dass ich fahren werde.“ Das Taktieren ist verständlich, wenn man die Kräfteverteilung in dieser Saison betrachtet – so hart umkämpft wie selten zuvor sind die Plätze. Gleich zwei BMW des Schubert-Teams lagen beim zweiten VLN-Lauf hinter dem Manthey-911er. Im Qualifying machte zudem Falken-Porsche als drittplatziertes Team erneut seine Ambitionen deutlich. „Mit unserem Speed im Qualifying sind wir wirklich zufrieden“, grinste Falken-Pilot Peter Dumbreck. „Es ist schön zu wissen, dass wir in der Spitzengruppe mithalten können.“ Im Rennen war es außerdem erneut der Porsche 911 GT3 R des Timbulli-Racing-Teams mit seiner Fahrerbesetzung aus Nordschleifen-Routiniers, die als Viertplatzierte den Porsche-Platzhirschen das Leben schwer machten.
Text: ADAC Nordrhein Sportpresse
Bartels, Biela, Schneider: DTM-Altstars als Teamchefs und Fahrer im Rennen
Überhaupt sind die Karten in diesem Jahr neu gemischt. So meldete sich mit dem Team Vita4One eine BMW-Mannschaft an, die direkt aus der FIA-GT1-Weltmeisterschaft kommt: Der Z4 GT3 des Teams um Michael Bartels stand beim zweiten VLN-Lauf auf Anhieb auf der Pole. „Für uns war es gut, dass wir gleich eine Visitenkarte abgebe konnten und gezeigt haben, dass wir konkurrenzfähig sind“, sagt er und fasst seinen ersten Eindruck von der Szene zusammen: „Beim 24h-Rennen gehören sicherlich 30 Autos zum Favoritenkreis.“ Dazu gehören auch die Audi-Teams. Der R8 LMS ultra von Phoenix Racing eroberte im Qualifying den zweiten Platz, Raeder Motorsport startete von Position 4. Neben Luca Ludwig und Christian Hohenadel griff dabei Frank Biela ins Lenkrad. Der fünffache Le-Mans-Sieger und DTM-Champion von 1991 kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: „Unser Ziel ist natürlich der Sieg, aber das wollen auch mindestens 15 andere Teams“, fasst er zusammen. „Beim 24h-Rennen kann man das nicht planen. Man kann sich nur sehr, sehr gut vorbereiten, und dann bleiben noch genügend Fragezeichen übrig.“ Er wird beim 24h-Rennen unter anderem gegen seinen ehemaligen Teamkollegen Bernd Schneider antreten. Mit ihm bestritt er den Langstreckenklassiker 1987 im Werks-Sierra. Diesmal startet Schneider im Mercedes-Benz SLS AMG von HEICO Motorsport. „Das Kribbeln ist natürlich schon da“, blickt der voraus. „Das Rennen ist etwas Besonderes. Zu den Top-Favoriten zähle ich uns aber nicht.“ Sein Teamkollege Pierre Kaffer ist da optimistischer, schließlich konnten die SLS in der VLN bereits Laufsiege einfahren. „Klar gehören wir mit zu den Favoriten – genau wie die Top-Teams von Audi, BMW und Porsche.“ Doch auch er weiß: „Auch dieses Jahr werden die 24h wieder mehr ein Sprintrennen. Es sind sehr viele starke Autos und Teams am Start.“
Krumbach/Lieb holen ersten Saisonsieg für Porsche

Nürburgring. Der zweite Lauf der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring brachte einen neuen Eintrag in der Gewinnerstatistik hervor: Jochen Krumbach (Eschweiler) feierte beim 37. DMV 4-Stunden-Rennen seinen ersten Sieg in der populären Breitensportserie. An der Seite von Porsche-Werksfahrer Marc Lieb (Ludwigsburg) pilotierte er bei der Veranstaltung der Renngemeinschaft Düren den Porsche 911 GT3 R von Manthey-Racing zum Erfolg. „Ich bin überwältigt“, gestand Krumbach, der seit 1993 der VLN treu ist. „Auf dem Podium war ich schon einige Male, aber ein Sieg ist noch einmal etwas anderes. Ich werde sicherlich
einige Tage brauchen, um zu realisieren, was mir heute gelungen ist.“ In Anwesenheit von BMW Motorsport Direktor Jens Marquard (München) fuhren die beiden
BMW Z4 GT3 von Schubert-Motorsport auf die Plätze zwei und drei. Uwe Alzen (Betzdorf) und Nico Bastian (Frankfurt), die lange Zeit das Rennen angeführt hatten, mussten sich am Ende mit Platz drei hinter Claudia Hürtgen (Aachen), Dominik Schwager (Eisenhofen) und Dirk Adorf (Michelbach) geschlagen geben. Das Rennen wurde 13 Minuten vor Ablauf der Vier-Stunden-Distanz aufgrund von einsetzendem Hagel auf der Nordschleife vorzeitig abgebrochen.
Im Zeittraining sicherte sich das BMW Team Vita4One mit den Fahrern Marco Wittmann (Markt Erlbach), Jens Klingmann (Leimen), Ricardo van der Ende (Niederlande) und Mathias Lauda (Österreich) die Pole-Position. Klingmann fuhr die Bestzeit in 8:15,624 Minuten und war damit 0,587 Sekunden schneller als Marc Basseng (Neusalza Spremberg), Marcel Fässler (Schweiz) und Andrea Piccini (Italien) im Audi R8 LMS von Phoenix-Racing. Für den BMW des Teams rund um Ex-DTM-Fahrer Michael Bartels (Plettenberg) war das Rennen nach zwölf Runden mit einem technischen Defekt vorzeitig beendet. Die Phoenix-Truppe kämpfte lange Zeit in den Top 3 und wurde am Ende nur aufgrund der Boxenstrategie in Kombination mit dem vorzeitigen Rennende zurückgeworfen. Hinter dem Porsche 911 GT3 R von Timbuli Racing stand so am Ende nur Platz fünf zu Buche. Norbert Siedler (Österreich), Marco Seefried (Wemding) und Dennis Busch (Bensheim) bestätigten als Vierte die gute Leistung des Auftaktrennens. Hinter Sabine Schmitz, Klaus Abbelen (beide Barweiler), Christopher Brück (Köln) und Patrick Huisman (Niederlande) im Porsche 911 GT3 R des MSC Adenau wurden die beiden Mercedes-Benz SLS AMG GT3 von ROWE RACING auf den Plätzen sieben und acht gewertet. „Ich bin davon überzeugt, dass wir auch ohne den Rennabbruch aus eigener Kraft hätten gewinnen können“, sagte Lieb. „Unser Porsche lief heute sehr gut, nur mit Slickreifen auf nasser Piste war es etwas schwierig – aber das war noch nie unsere Stärke. Wir hätten in der vorletzten Runde noch einen kurzen Tankstopp einlegen müssen, aber nach unseren Bedingungen hätte der Vorsprung gereicht.“ Adorf zeigte sich mit Rang zwei zufrieden: „Nach einem unglücklichen Qualifying mit Startplatz 14 haben wir im Rennen viel Boden gutgemacht, auch wenn das im Verkehr nicht immer einfach war. Dabei haben wir unser Programm fehlerfrei abgespult.“ Bastian, der im vergangenen Jahr als Sieger aus der Mini-Challenge hervorging, freute sich über den zweiten Podestplatz im erst zweiten Rennen mit dem BMW Z4 GT: „Mir machen die Rennen mit dem Z4 eine Menge Spaß. Auch wenn wir heute den Sieg vor Augen hatten, bin ich mit Platz drei sehr glücklich. Im Schubert-Team fühle ich mich sehr wohl – hier kann ich von allen Fahrern eine Menge lernen.“
Uwe Alzen stand nach dem Rennen nicht nur als Drittplatzierter im Gesamtklassement auf dem Podium. Zusammen mit Philipp Wlazik (Gladbeck) und Robert Renauer (Jedenhofen) pilotierte er den schnellsten Cup-Porsche auf Platz neun im Gesamtklassement. Der Sieg bei den Gruppe-H-Fahrzeugen ging an Andreas und Ralf Schall (beide Dornstadt) im Mercedes-Benz 190 von Black Falcon Team TDM Friction. Der Wertungsgruppensieg bei den VLNSerienwagen ging an Dieter Weidenbrück (Wesseling) und Markus Schmickler (Bad Neuenahr-Ahrweiler) im BMW Z4 der Scuderia Augustusburg Brühl. Die Tabellenführung übernahmen nach zwei von zehn Rennen Dominik Brinkmann (Dortmund) und Ullrich Andree (Köln), die zusammen mit dem Norweger Christian Krognes im Volkswagen Scircco von LMS Engineering den zweiten Klassensieg in der SP3T (VLN-Specials bis 2.000 ccm Hubraum mit Turbo) feierten.
In der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring geht es Schlag auf Schlag weiter. Bereits in zwei Wochen steht mit dem 54. ADAC ACAS H&R-Cup am 28. April das dritte Rennen auf dem Programm. Bei der Generalprobe für das ADAC Zurich 24h-Rennen im Mai ist das Tourenwagen-Revival zu Gast, bei dem eine Reihe von historischen DTM-Fahrzeugen mit Demonstrationsfahrten am Nürburgring für Unterhaltung sorgen wird.
Text: VLN Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Bild: Björn Koch - racingsociety.de
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